Bedeutung und Geltungsbereich
Der Ankertext ist der sichtbare, anklickbare Wortlaut innerhalb eines Hyperlinks. Im Beispiel <a href="/glossary/sitemap-xml">XML sitemap guidance</a> ist der Text zwischen den Tags, also „XML sitemap guidance“, der Ankertext. Er dient zuerst den Menschen: Ein Leser soll das nächste Ziel erahnen können, ohne die Seite zu öffnen. Suchmaschinen können den verlinkten Wortlaut und den umgebenden Kontext ebenfalls nutzen, um ein Ziel einzuordnen. Das ist aber nur ein Signal unter vielen.
Der Begriff gilt für interne und externe Links, auch wenn Redaktionen sie unterschiedlich steuern. Interne Anker sind Teil der Informationsarchitektur einer Website. Externe Anker schreiben andere Publisher. Deshalb kann ein Websitebetreiber sie zwar beobachten, aber kein „Zielverhältnis“ dafür sicher vorgeben. Googles öffentliche Hinweise verlangen beschreibende, knappe Linktexte und warnen vor manipulativen Linkschemata. Einen sicheren Prozentwert für Anker mit exakt passendem Keyword nennt Google nicht.
Aussagekräftige Ankertexte schreiben
Gehen Sie von der Aufgabe der Zielseite aus. Ein Link auf eine Fehlerbehebungsseite kann etwa lauten: „den gerenderten Canonical-Tag prüfen“. Ein Link auf einen Glossareintrag kann lauten: „wie XML-Sitemaps kanonische URLs deklarieren“. Die Bezeichnung soll das Ziel von benachbarten Links unterscheiden. „Weiterlesen“, eine nackte URL oder ein wiederholter Menüpunkt können in einer eng begrenzten Oberfläche vertretbar sein. Als wichtigster Link im Fließtext bieten sie aber kaum Kontext.
- Beschreibend
- Benennt Thema oder Aktion des Ziels in der natürlichen Sprache des Satzes.
- Knapp
- Verwendet die kürzeste Wendung, die die Bedeutung erhält. Der Satz wird dadurch nicht zu einer Keyword-Liste.
- Genau
- Passt zum sichtbaren Zweck des Ziels und nicht zu einer erhofften Suchanfrage.
- Crawlbar
- Nutzt einen Standardlink
<a href>auf die endgültige öffentliche URL, wenn der Link gefunden werden soll.
Für Bilder als Links gilt dieselbe Sorgfalt beim zugänglichen Namen. Ein aussagekräftiger alt-Wert kann die Textalternative des Links liefern. Dekorative verlinkte Bilder brauchen womöglich an anderer Stelle ein ausdrückliches Textlabel. Wiederholen Sie keine lange Bildunterschrift und kein gleich langes alt-Attribut nur, um Begriffe zu wiederholen.
Die Navigation zieht eine weitere Grenze. Ein kurzes Navigationslabel kann die klarste verfügbare Beschreibung sein, weil der Platz begrenzt ist. Ein redaktioneller Link in einem erklärenden Absatz darf dagegen genauer sein. Bewerten Sie jedes Muster in seiner Oberfläche und Aufgabe. Zwingen Sie nicht jedes Vorkommen, eine Suchanfrage zu enthalten, wenn eine Produktkategorie, ein Kontobereich oder ein Hilfethema bereits einen klareren, etablierten Namen hat.
Eine praktische Prüfung
Prüfen Sie Ankertexte Seite für Seite und nicht als Jagd nach einem globalen Prozentwert. Exportieren oder crawlen Sie die internen Links, gruppieren Sie sie nach Ziel und lesen Sie dann eine Stichprobe im Satz der Quellseite. Achten Sie auf drei Arten von Abweichungen: Text, der ein anderes Ziel verspricht, viele Links mit nicht unterscheidbaren allgemeinen Bezeichnungen und Links, die über Weiterleitungen statt direkt auf die kanonische URL zeigen.
- Wählen Sie ein wichtiges Ziel und halten Sie fest, was Leser dort finden sollen.
- Listen Sie die internen Links darauf mit Quell-URL, sichtbarem Text, umgebendem Satz und endgültigem aufgelösten Ziel.
- Ersetzen Sie irreführende oder doppelte Bezeichnungen, wenn der Satz eine klarere Beschreibung trägt.
- Prüfen Sie, ob die endgültige Route crawlbar ist und weder einen Sprachpfad noch einen zusätzlichen Weiterleitungsschritt oder einen irrelevanten Parameter ergänzt.
- Crawlen Sie nach der Änderung erneut und bewahren Sie den Export vorher und nachher auf, damit die Prüfung nachvollziehbar bleibt.
Grenzen und typische Fehler
Schreiben Sie Ankertexte nicht, als wären sie Keywords, die man mechanisch verteilt. Wenn dieselbe kommerzielle Phrase in Navigation, Footer und redaktionellem Text wiederholt wird, wird das Nutzererlebnis unklarer, und es entsteht ein Muster, das sich kaum begründen lässt. Eine gute Alternative ist keine beliebige Abwechslung. Sie ist eine Formulierung, die den konkreten Grund für jeden Link erklärt.
Bitten Sie Partner nicht um bezahlte oder getauschte Links mit keyword-lastigen Ankertexten. Bezahlte Platzierungen brauchen nach Googles Hinweisen einen passenden rel-Wert wie sponsored oder nofollow. Linktausch, der vor allem Rankings manipulieren soll, fällt unter die Richtlinien gegen Linkspam. Die sinnvolle redaktionelle Frage lautet: Bietet der Link dem Leser einen relevanten, ehrlichen nächsten Schritt?
Trennen Sie schließlich Barrierefreiheit und SEO-Prüfungen. Ein Linktext kann verständlich sein, während das Ziel blockiert, weitergeleitet oder nicht vorhanden ist. Ein technisch crawlbarer Link kann für Leser trotzdem vage sein. Prüfen Sie sowohl den gerenderten Text als auch das tatsächlich aufgelöste HTTP-Ziel.